Biografische Daten: Vorgeschichte und Geburt | Leben und Beruf: Kindheit bis 1878 | ab 1873 | ab 1880 | ab 1890 | ab 1926 - postum ||
Arbeiten Gaudis: Entwürfe und Möbel | Pläne & Zeichnungen | Studienarbeiten und nicht ausgeführte Projekte

            

  A n t o n i     G a u d í 

Lebenslauf und berufliche Tätigkeit ab 1880 - 1889

Im Januar 1880 ist der Verein Asociación Catalanista de Excursiones Científicas unter der Leitung von Antoni Gaudí in der Kirche Santa Maria des Mar.

1880 plant er zusammen mit dem Ingenieur Josep Serramalera i Aleu ein Projekt der elektrischen Beleuchtung am Passeig Muralla del Mar. Acht riesige Straßenlaternen sollten nach dem Entwurf von Antoni Gaudí aufgestellt werden. An den Laternen waren Metalltafeln befestigt, die die Namen von berühmten katalanischen Admiralen trugen - darunter 'Roger di Llúria i d'Amichi', 'Ramon Marquet Rubí', 'Berenguer Mallol' und 'Ramon de Cortada'.
Josep Francesc Ràfols weist zwei Zeichnungen mit verschiedenen Lösungen nach. Das Projekt wird nicht verwirklicht.
Quelle: Chronologie des Lebens und der Werke von Gaudí in: Antoni Gaudí (1852 - 1926) (1984); Museum Villa Stuck, München, S. 213 und 235f

1880 konzipert er das Haus von Salvador Pagè, dem Grüdner der Cooperativa Matarónense.
Quelle: Chronologie des Lebens und der Werke von Gaudí in: Antoni Gaudí (1852 - 1926) (1984); Museum Villa Stuck, München, S. 233

1881 legte Antoni Gaudí im August den Gesamtplan der Fabrik vor. Er hatte Nebengebäude, ein Gebäude für die medizinische Versorgung der Arbeiter und ein freistehendes Toilettenhäuschen ergänzt. Der Bleichsaal ist bereits enthalten, ein detaillierter Plan folgt aber erst 1883.
Er arbeitete eng mit dem Architekt und Ingenieur Emili Cabañes Joan Brunet zusammen. Das Projekt erinnert - so Rainer Zerbst: "an die Ideen des englischen Sozialreformers Robert Owen, der, obwohl selbst Großindustrieller, sich leidenschaftlich für einen besseren Lebensstandard der Arbeiter einsetzte. Das Projekt Mataró sollte die baulichen Voraussetzungen für eine solche Verbesserung schaffen." Die Cooperativa Matarónense war die erste katalanische Firma in den Händen ihrer Mitarbeiter.
Quelle: Chronologie des Lebens und der Werke von Gaudí in: 'Antoni Gaudí (1852 - 1926)' (1984); Museum Villa Stuck, München, S. 233

1881 entwarf Antoni Gaudí einen Pavillon für den Besuch Alfonso XII 's Besuch in der kantabrischen Stadt Santander im Jahr 1881. Es war ein kleiner Pavillon in der Form eines Hindu Turban, bedeckt mit Mosaiken und einer Fülle von ständig klingelnden Glöckchen. Der Pavillon wurde später in die Pavillons Güell gebracht.
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Am 19. 3. 1882 wurde der Grundstein für die Sagrada Família - der Kathedrale der Armen - gelegt. Ein Buchhändler - José María Bocabella - hatte die Idee und konnte nach langem Suchen ein Grundstück von 12.800 m² kaufen - das Grundstück soll damals 172.000.- Peseten (ca. 1000,- lt. BDE.ES ?) gekostet haben. Der Block war durch die Straßen Marina, Provence, Mallorca und Sardinien begrenzt. Der heutige Stadteil Eixample, in dem dieses Grundstück liegt, existierte noch nicht. Die Kirche war als 'Sühnekirche' geplant und sollte ausschließlich aus Spendenmitteln gebaut werden. [Rainer Zerbst (2012): Gaudí, S. 192]

Der Baumeister war Francesc de Paula del Villar i Lonzano, bei dem Antoni Gaudí schon während seines Studiums als Assistent gearbeitet hatte. Antoni Gaudí ist Er legte einen vollommen gothisch ausgerichteten Entwurf vor commons wikimedia.org (Entwurf von Francesc de Paula del Villar i Lonzano 1882).

Für die Cooperatica Matoronense ist 1883 der Bleichsaal fertiggestellt. Für die von ihm erstmals vorgesehenen parabelförmigen Holzbögen - sie waren aus 3 Lagen kurzer gerader Bretter zusammengeschraubt - griff er auf eine Entwicklung von Philibert de l'Orme (1510-1570) - ein französischer Architekt und ein 'brennender' Humanist - zurück.
Mehr Informationen: P. de L'Orme (WP es) | P. de L'Orme (WP de) |

Casa Vicens
1883 bekam Antoni Gaudí den Auftrag von Manuel Vicens i Montaner, einem Keramikfabrikant, ein Sommerhaus zu bauen: das Casa Vicens. Das Grundstück hatte er von seiner Mutter geerbt. Dieses lag in dem Dorf Gràcia und war noch nicht Teil von Barcelona. Es war sein erster Großauftrag. Ein Großteil des Gartens, einschließlich Antoni Gaudís monumentalem Brunnen, gingen 1946 durch Grundstücksverkäufe und anschließende Neubebauung verloren.
Die Aussage, das Manuel Vicens i Montaner ein Börsenmakler gewesen sein soll, soll sich auf Grund der Immobilienunterlagen nicht bewahrheitet haben (WP de).
barcelonagallery.com (Hinweis: Börsenmakler) | gaudiclub.com | gaudiexperiencia.com | WP de | WP es | WP ca | Innanansicht WP ca

Antoni Gaudí soll in den Jahren von 1883 bis 1888 (gaudiexperienia.com) an den Treffen im Café Pelayo teilgenommen haben. Das Caf/eacute war ein Intellektuellentreffpunkt in der Rambla dels Estudis de Barcelona, . Diese Zeitangabe steht im Widerspruch zu der Darstellung von Rainer Zerbst (S 13), der die Ansicht vertritt, Antoni Gaudí sei (nur) als Student häufig dort gewesen.

Bald gab es auf der Baustelle der Sagrada Família Meinungsverschiedenheiten zwischen Francesc de Paula del Villar i Lonzano und dem Bauvorstand, vertreten durch Juan Martorell Montells. Es ging um teure Baumaterialien, die im Kern von Säulen 'verschwendet' wurden und hinterher unter der Verblendung der Säulen verschwanden. Francesc de Paula del Villar i Lonzano trat zurück. Juan Martorell Montells soll sich nach Juan Eduardo Cirlot angeboten haben. Der habe dann das Amt an Gaudi weitergegeben. (Nach WP es weigerte sich Juan Martorell Montells und so kam man auf Antoni Gaudí)
Am 3. 11. 1883 wurde Antoni Gaudí auf Vorschlag von Francesc de Paula del Villar i Lonzano als Nachfolger eingesetzt. Er krempelte den Entwurf von Francesc de Paula del Villar i Lonzano komplett um, obwohl die Ausschachtungsarbeiten für die Krypta abgeschlossen waren und die Säulen der Krypta schon weit gediehen waren. Antoni Gaudí hätte gerne auch die Achse der Sagrada Família anders ausgerichtet, doch war er durch schon erstellte Bauabschnitte festgelegt.
1884 arbeitet Antoni Gaudí mit Lorenzo Matamala und Piñol und Carlos Mani . [13 ] und mit einem Team aus acht Maurern, zehn Steinmetzen, zwölf Bildhauern und einer unbestimmten Anzahl von Tischler und Schlossern (WP ca).
Rainer Zerbst (2012): Gaudí, S. 192) | gaudiclub.com | WP es | gaudiexperiencia.com | WP ca

In Banyuls-sur-Mer fand Mitte Juni für drei Tage ein Treffen von französischen Exkursionsteilnehmern statt. Unter den Anwesenden war auch der Dichter Àngel Guimerà i Jorge, Jacint Verdaguer i Santaló, der dem Haushalt des Marquis von Comillas als Prister angehörte. Unter der Schirmherrschaft des Marquis entstanden einige der wichtigsten Gedichte von Jacint Verdaguer i Santaló, Jaume Collell i Bancells, .
catalaselectivitat.soopbook.es | Chronologie des Lebens und der Werke von antoni Gaudí, in: 'Antoni Gaudí (1852 - 1926)' (1986), Ausstellungskatalog Museum Villa Stuck - München, S. 238

Das Landhaus El Capricho wurde für den Marquis von Comillas - Don Máximo Díaz de Quijano, den Bruder von Antonio Lopez in Santander - nach den Plänen von Antoni Gaudí gebaut. Baubeginn war 1883, fertiggestellt wurde es 1885. Antoni Gaudí selbst war nie am Bauplatz, die Bauleitung hatte sein Freund Cristòfol Cascante i Colom (Rainer Zerbst (2012, S. 53). Der Turm soll Ähnlichkeit mit Minaretten der Moschee von Isfahan in Persien haben.
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Die Finca Güell (Barcelona) (1884 - 1887) war der erste große Auftrag von Eusebi Güell an Antoni Gaudí. Sie entstand aus zwei Ländereien: Can Feliu und Torre Baldiró, die der Vater von Eusebi Güell gekauft hatte. Sie umfassten ca. 30.000 m². Das Gebiet lag zwischen den Dörfern Les Corts und Sarrià. Auf dem Gelände befand sich schon ein Gebäude von dem Architekt Joan Martorell Montells. Antoni Gaudí sollte eine umfassende Mauer mit drei Toren, einem Pförtnerhaus, Stallungen mit Reithalle, einem Aussichtsturm, einer Hauskapelle und weiteren verschiedenen dekorativen Elementen entwerfen.
Die berühmte 'Drachentüre' mit beweglichen Teilen - früher mehrfarbig - wurden 1885 in den Werkstätten von Vallet y Piqué in Barcelona angefertigt.
Juan Eduardo Cirlot (2001): Gaudí - Einführung in seine Architektur, Barcelona, dt. Ausgabe 2007, Übersetzung: Joan Colomer, S. 29 | gaudiclub.com | gaudiexperiencia.com | gaudiallgaudi.com

Im Juli 1885 dekorierte Antoni Gaudí den Bleichsaal der Cooperativa Maratónense für eine Kulturfeier.
Quelle: Chronologie des Lebens und der Werke von Gaudí in: Antoni Gaudí (1852 - 1926) (1984); Museum Villa Stuck, München, S. 233

1885 floh Antoni Gaudí vor der Colera aus Barcelona nach Sant Feliu de Codines zu Francesc Üllar. Er revanchierte sich mit mit dem Entwurf für einen Esstisch.
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Bei den Bodegas Güell (1895 - 1901) (1895 - 1900 gaudiex.) ist man sich nicht sicher, ob sie eher Antoni Gaudí oder eher Francesc Berenguer i Mestres zuzurechnen sind. Beide haben eng zusammengearbeitet und so sind Elemente zu finden die mehr dem Stil Francesc Berenguer i Mestres bzw. mehr dem Stil Antoni Gaudís entsprechen.
Heute wird das Gebäude als Restaurant genutzt.

Im Weingut El Garraf bei Sitges sollte auch ein Jagdhaus entstehen, der Entwurf wurde aber nicht umgesetzt. Eusebi Güell verkaufte den Wein unter der Marke 'Bodegas Güell' auf seinen Schiffen und exportierte ihn nach Kuba. Der Verkauf wurde 1936 - 18 Jahre nach dem Tod Eusebi Güells - eingestellt.
Mehr Informationen: gaudiclub.com | gaudiexperiencia.com | gaudiallgaudi.com | WP es | gaudiallgaudi.com | WP ca | poblesdecatalunya.cat

1886 begann Antoni Gaudí den Palau Güell zu bauen, ein dem Ansehen Eusebi Güell's würdiger Palast: "Im Tiefgeschoss waren die Pferdeställe, im Erdgeschoss die Eingangshalle und der Wagenpark, im Hochparterre Kontor und Arbeitszimmer und danach, im herrschaftlichen Stockwerk die Empfangs- und Wohnsalone, Boudoires und an der Terrasse zum Innenhof hin der Speisesaal. Im ersten Stockwerk die Schlafräme und Badezimmer, im zweiten Stock das Dienstpersonal." Der Salon war mit Orgel und Kapelle ausgestattet, "ein Treffpunkt von Dichtern und Literaten wie auch ein Ort der Erstaufführung musikalischer Partituren oder einfach nur gesellschaftlicher Treffen."
Zitate: Antoni Gaudí (1852 - 1926) (1986), Ausstellungskatalog Museum Villa Stuck - München, S. 254 | gaudiclub.com | gaudiexperiencia.com

Den Bischofspalast von Astorga (WP ca) in León begann er 1887. Diesen Bau brach er 1893 unvollendet ab. Nach dem Tode des Bischofs Joan Baptista Grau i Vallespinós (18321893) hatte Antoni Gaudí Meinungsverschiedenheiten mit dem Domkapitel und legte die Arbeit nieder. Erst nach nach einer langen Arbeitspause wurde der Bischofspalast zwischen 1907 und 1915 von dem Architekten Ricardo Garcia Guereta fertiggestellt.
Weitere Fotos: Bischofspalast von Astorga (flickr.com)


Antoni Gaudí baut 1887 - 1912 auf der Baustelle der Sagrada Família das Haus des Priesters und ein Werkstattgebäude.
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Schließlich erhält Antoni Gaudí 1888 von dem Marquis de Comillas den Auftrag einen Pavillion für die Expo 1888 in Barcelona zu erstellen.
Der Marquis will seine Compañía Trasatlántica Española (auch 'Compania Transatlantic' oder 'Spanish Line'), eine spanische Reederei, präsentieren (1894 verfügt die Reederei über 33 Schiffe mit zusammen 93.500 BRT). Der Pavillon wurde später abgerissen, es existieren aber noch Gipsmodelle im Museum der Sagrada Família.
Die Expo wird als sehr erfolgreich gewertet, schloss aber mit einem Defizit von 6.000.000.- Pts.
Quellen: liceus.com | WP ca | WP de

Die Teresianische Schule (Barcelona) (1888- 1890) (1889 - 1890 gaudiex.)
Mit diesem Projekt machte Antoni Gaudí deutlich, dass er - wie bei der Cooperative Obera Matàronense - sich auch auf gesellschaftlichem Gebiet zur Avangarde rechnete. Die Teresianische Schule war ein "Ausstrahlungspunkt moderner katholischer Erziehung." Zum Unterricht gehörte nicht nur Kunst und Geisteswissenschaften, sondern auch angewandte Naturwissenschaften nur für Mädchen.
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ab 1890

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